Der Trend gibt uns Recht: 3 von 5 Millenials glauben, dass Gender als Spektrum zu sehen und nicht binär ist. Das Zukunftsinstitut ordnet Gender Shift als Megatrend ein. Der Kategorie des Geschlechts wird demnach künftig weniger Bedeutung für den Verlauf individueller Biografien zukommen.

Warum ist genderneutrale Kindermode wichtig?

Diese Studienergebnisse finden wir sehr Mut machend, denn wir sind davon überzeugt, dass dem Geschlecht generell zu viel Bedeutung zugemessen wird und die damit verbundenen Klischees sehr einschränkend auf individuelle Lebenswege wirken.

Was ist unisex und genderneutrale Kindermode?

Der Begriff „unisex“ ist ein Kunstwort und setzt sich aus den lateinischen Wörtern „unus“ (einer) und „sexus“ (Geschlecht) zusammen. Streng genommen bedeutet der Begriff also für „ein Geschlecht“, meint aber dass hier keine weitere Unterscheidung nach Geschlecht getroffen wird und für alle offen steht.

Unserer Meinung treffender ist der Begriff der genderneutralen Kinderkleidung. Es wird deutlicher, dass sich das Design nicht auf ein Geschlecht bezieht, sondern davon unabhängig für alle Geschlechter entworfen wurde. Geschlechterneutrale Kindermode ordnet nicht ein, sondern lässt die Nutzer und Nutzerinnen frei entscheiden, wer was tragen möchte.

Geschlechtsneutrale Mode lässt mehr Spielraum

Warum ist uns das so wichtig?

Wir sind davon überzeugt, dass jedes Kind in großem Maße davon profitiert, wenn es seine eigenen Interessen verfolgen und seine eigenen Stärken weiter entwickeln kann. Unbeeinflusst davon, ob diese mit der jeweiligen Welt der Rollenzuschreibungen konform gehen.

Bei der Kindermode der Handelsriesen finden wir häufig eine Überbetonung von gesellschaftlichen Klischees bei Motiven und Sprüchen auf Oberbekleidung. Diese weisen Kinder in stereotype Richtungen und beschränken dadurch andere Wege. Wenn ihr Lust habt euch dazu mehr einzulesen, haben wir hier eine Studie zu Klischees auf Shirts und Pullis zusammen gefasst. Genderneutrale Mode teilt die Kinder nicht in klischeebelastete Schubladen ein. Sie lässt ihnen größtmöglichen gedanklichen Spielraum, indem sie sich über die Stereotypen hinweg setzt.

Genderneutral ist nachhaltiger

Ein weiterer positiver Effekt von Unisex-Mode ist, dass sie die Schwelle für die Weitergabe an Geschwisterkinder oder Kinder von befreundeten Eltern, unterschiedlichen Geschlechts, senkt. Egal ob Junge oder Mädchen – genderneutrale Mode ist immer passend. Somit hat sie auch das Potential, dass sie länger getragen wird.

64% der Eltern in Deutschland haben schon mindestens einmal gezielt nach einem geschlechterneutralen Produkt gesucht. Die Wiederverwendung von Kindern eines anderen Geschlechts war dabei für die Hälfte das entscheidende Argument.

Wahlfreiheit fördern – auch als Ergänzung, auch wenn der Kleiderschrank deiner Kinder nicht hauptsächlich aus genderneutralen Produkten besteht, sie sind in jedem Fall eine vorteilhafte Ergänzung, die Wahlfreiheit ermöglichen. Niemand sollte jetzt den Drang verspüren, den gesamten Kleiderschrank austauschen zu müssen. Das wäre ja auch das Gegenteil von nachhaltig. Klischee öffnende Optionen anbieten, ob bei Kleidung, Büchern oder Spielsachen, hilft den Kindern schon viel, für eine möglichst selbstbestimmte Entwicklung.

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